St. Laurentiuskirche Markranstädt

Herzlich
willkommen

 

auf den Seiten des
Markranstädter Musiksommers!

 

Nach dem Frühlingskonzert am 21. Mai 2016 mit dem Quartett „Spanish Mode“ haben wir für Sie im ersten Sommerkonzert wieder die Kombination Bratsche/Klarinette/Orgel auf den Konzertplan gesetzt.
Am 11. Juni 2016, um 16:00 Uhr, erwarten Sie Antje Dietzmann (Bratsche), Sonja Riedel (Klarinette) und Frank Lehmann an der Kreutzbach-Orgel mit ihrem internationalen Programm.
Herzliche Einladung dann ebenfalls schon zum Sommerkonzert II am 13. August 2016, in dem es international weitergeht. Espen Melbø, Organist an der Ladegast-Orgel der Stadtkirche Naunhof, hat Stücke von Komponisten aus vielen Ländern unserer Erde ausgesucht und wird sie in der St. Laurentiuskirche zu Gehör bringen.
Freuen sie sich also auf die beiden Sommerkonzerte, zu denen wir Sie gern wieder begrüßen würden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ihr
Pfarrer Michael Zemmrich und
Kantor Frank Lehmann.

 

 

Rückblick

Anmarsch zur Kirche in Lausen, Foto: Thomas Ufert Knapp 50 Interessierte hatten sich an diesem sonnigen Morgen des 7. Mai an der Endstelle der Tram in Lausen zur Orgelwanderung Lausen-Miltitz-Markranstädt-Quesitz eingefunden. Darunter auch zwei Geburtstagskinder. Kantor Frank Lehmann hatte eingeladen, etwas über die Kirchen der Gemeinde und noch allerlei Geschichten am Rande zu erfahren.
Los ging es dann gleich in Leipzigs kleinster Kirche, der spätromanischen Westturmkirche in Lausen, nur wenige hundert Meter vom Treffpunkt entfernt. Ein Erbauungsjahr ist nicht überliefert. Genauer datieren kann man lediglich den Anbau des Turmes im Jahr 1514. Weitere Umbauten und Umgestaltungen der Innenausstattung erfolgten im 18. und 19. Jahrhundert. Eine letzte Außensanierung wurde in den Jahren 1994/95 durchgeführt und die Innensanierung konnte im Jahr 2000 abgeschlossen werden. Seit dem leuchtet die Kirche auf dem kleinen Lausener Friedhof bei Sonnenschein wieder über den ganzen ehemaligen Dorfkern.
Zu hören gab es natürlich auch etwas von der nur fünf Register umfassenden Orgel, an der Kantor Lehmann selbst in die Tasten griff, die nicht nur in Leipzigs kleinster Kirche steht sondern hier wohl auch die kleinste Kirchenorgel ihrer Art sein dürfte.
Dieter Rackwitz berichtet vom Tagebau Kulkwitz, Foto: Thomas Ufert Weiter ging es dann zum Kulkwitzer See, der keine ehemalige Kiesgrube ist, wie so mancher behauptet. Frank Lehmann hatte hier Heimatforscher Dieter Rackwitz – Geburtstagskind Nr. 1 – als Experten an seiner Seite, der noch einmal darüber aufklärte und einige Einblicke in den damals in dieser Gegend stattgefundenen Braunkohleabbau gab. Interessant war dabei, dass der Abbau zunächst unterirdisch erfolgte. Als das nicht mehr rentabel war und viel Rohkohle der Abbautechnik geschuldet im Flöz verblieb, entschloss man sich zum Aufschluss eines Tagebaus.
Am „Roten Haus“ und den „Delphinen“ vorbei zog die Karawane in Richtung Miltitz weiter, wo sie in der Kirche schon erwartet wurde. Hye Young an der Miltitzer Orgel, Foto: Thomas Ufert Hier und in Markranstädt gaben die beiden koreanischen Studentinnen Kim Hye Young und Lee Eun Woo von der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig Kostproben ihres Könnens. Zuvor vermittelte aber Frank Lehmann noch ein paar Informationen zu dem mit viel Mühen sanierten hellen Kirchenraum und der Orgel, bevor diese dann mit Stücken von Reger, Bach und Mendelssohn erklang.
Weiter entlang des Weges am Kulkwitzer See gab Dieter Rackwitz noch einmal Informationen u. a. zum Miltitzer Feld, dem zweiten Teil dieses alten Tagebaus. In den 60er Jahren war dann endgültig Schluss mit der Kohle und das Grund- und Oberflächenwasser ließ aus dem zum Teil mit Abraum wieder aufgefüllten Restloch das heute so beliebte Bade-, Tauch- und Bootsparadies entstehen.
Hye Young an der Markranstädter Kreutzbach-Orgel, Foto: Thomas Ufert In Markranstädt angekommen und begrüßt von Pfarrer Michael Zemmrich, wartete auf die hungrigen Wanderer ein üppiger Mittagsimbiss und im Anschluss der musikalische Nachtisch in der St. Laurentiuskirche. An der Kreutzbach-Orgel saßen wieder die Studentinnen Hey Young und Eun Woo und ernteten nach ihrem mehrstückigen Bach-Programm mit u. a. Passacaglia c-Moll BWV 582 und Präludium und Fuge C-Dur BWV 547 verdienten Applaus.
die Alpakas traten neugierig an ihren Zaun, Foto: Thomas Ufert Nun hieß es, sich noch einmal aufzumachen zum letzten Punkt dieser Orgelwanderung, der Kirche in Quesitz. Vorbei an der Alpaka-Koppel ging es unter der vom leuchtend blauen Himmel strahlenden Sonne auf die Zielgerade. Markranstädts Stadtchronistin Hanna Kämmer gab in ihrem Blick in die Geschichte eine Ahnung von der schwierigen Zeit zum Ende der Völkerschlacht, die viele Jahre das Schicksal des Dorfes Quesitz und der Umgebung prägten. Frau Kämmer berichtet von den Tagen nach der Völkerschlacht, Foto: Thomas Ufert Kantor Frank Lehmann informierte noch über die nahezu original erhaltene Orgel. Dies verdankt sie aber dem traurigen Umstand, dass sie seit etwa 100 Jahren praktisch nicht mehr spielbar ist. So gab es denn auch "nur" aus dem elektronischen Interim ein kurzes Bach-Stück zu hören. Dieses Stück präsentierte spontan Alexander Nebe, der sich aus Werben bei Pegau mit auf die Wanderung begeben hatte und an diesem Tag auch seinen 13. Geburtstag feierte. Alexander Nebe an der Ahlborn in Quesitz, Foto: Thomas Ufert Applaus für den jungen Tastenkünstler, der schon als 6-jähriger am Klavier saß und dann folgte die Rückkehr nach Markranstädt.
Der Zeitplan konnte zwar nicht eingehalten werden. Gestört hat dies wohl niemanden, denn es war eine rundum gelungene Veranstaltung. Großes Lob für die Organisation, für Kantor Lehmann, Frau Buchmann und alle im Hintergrund, die für das leibliche Wohl der Teilnehmer sorgten, Frau Fiebig, die uns in Lausen mit Wissenswertem über die Kirche versorgte und folgend in eine Warnweste gehüllt die leuchtende Schlussläuferin gab und auch Frau Pataki im Pfarrbüro.
Fortsetzung so oder in ähnlicher Form unbedingt erwünscht.

hier weitere Fotos

 
Eröffnungskonzert des Musiksommers 2016 in St. Laurentius Markranstädt, Foto: Th. Ufert

Am 16. April startete der 16. Markranstädter Musiksommer. Dieser Tag hatte Einiges – Regengüsse, kalten Wind, und dann doch noch Sonne. Trotz einiger konkurrierender Veranstaltungen fanden sich bereits frühzeitig viele Klassik-Interessierte an der St. Laurentiuskirche ein – eine positive Überraschung und auch Beleg für den Anspruch, dem sich die Musiker des Orchesters des Sinfonischen Musikvereins Leipzig e. V. unter ihrem Dirigenten und Kantor der Kirchgemeinde, Frank Lehmann, immer wieder aufs Neue stellen.
In der bis fast auf den letzten Platz besetzten Kirche kam nun das ursprünglich für die Eröffnung im Jahr 2015 geplante Beethoven-Programm zur Aufführung. Als Solist für das Violinkonzert D-Dur op. 61 hatte Frank Lehmann einen Meister seines Faches gewinnen können. Andreas Hartmann, Erster Konzertmeister im MDR Sinfonieorchester, zündete mit seinen Bogenstrichen von zart hauchend bis zum aufgewühlten Tutti ein wahres Notenfeuerwerk – sicher ganz im Sinne Beethovens. Dem Publikum dankte Andreas Hartmann für den langen Applaus mit einer Solo-Zugabe.
Auch die Orchestermusiker machten es mit ohne Zweifel hörbarer Spielfreude ihrem Dirigenten leicht, mit diesem wunderbar dargebotenen Violinkonzert Vorfreude auf die für den zweiten Teil auf dem Programmzettel stehende 6. Sinfonie zu wecken.
Die «Pastorale» untertitelte Sinfonie zählt wohl zu den meistgespielten Sinfonien und macht den im Jahr 2007 in St. Laurentius mit den Sinfonien Nr. 1 und 2 begonnenen Beethoven-Zyklus fast komplett. Die strahlende Sonne während der Pause schien die Musiker angestachelt zu haben, noch einmal alles zu geben und diesem Eröffnungskonzert zum 16. Markranstädter Musiksommer einen lange in guter Erinnerung bleibenden Schlusspunkt zu setzen.
Begeisterter Applaus am Ende und besonders auch für den erst 12-jährigen Carl Steppels mit seiner Klarinette, der schon zu Beginn so manch erstaunten Blick auf sich zog. Der kurze aber umso mehr lobende Kommentar seines "Chefs" am Taktstock: „Der Junge hat das ganz klasse gemacht!“.
hier Fotos

 

 

Für die Förderung bzw. Unterstützung des Markranstädter Musiksommers danken wir:

der Stadt Markranstädt, dem Kulturraum Leipziger Raum, dem Möbelhaus Markranstädt,
dem Förderverein zur Erhaltung der St. Laurentiuskirche e. V. und natürlich Ihnen als unsere Konzertbesucher.